U3 Betreuung

Das U 3 Kind in der altersgemischten Gruppe

“Das neugeborene Kind ist von Geburt an ein Geschöpf mit Geist und wenn man für sein Wohl sorgen will, genügt es nicht, seine körperlichen Bedürfnisse zu befriedigen, man muss ihm auch einen Weg zur geistigen Entwicklung eröffnen, muss seine geistigen Regungen vom ersten Tag an beachten und ihnen zu entsprechen suchen. “ (Maria Montessori, Das Kind in der Familie, Wien 1923)

In der Ablösephase ist bei den jungen Kindern die Mitarbeit der Eltern von elementarer Bedeutung. Unsere Erfahrungen zeigen, dass ca. drei bis sechs Wochen eine angemessene Zeitspanne für zweijährige Kinder ist, sich einzugewöhnen.

Vor den Sommerferien werden alle U3 Kinder von den Erzieherinnen ihrer Gruppe zu Hause besucht. Diese Besuche sind auch zum Informationsaustausch zwischen Elternhaus und Erzieherinnen angedacht. Es können Informationen über das Kind von den Eltern eingeholt werden, wie z. B. Vorlieben oder besondere Gewohnheiten des Kindes, die dann im Kindergartenalltag in der Eingewöhnungsphase berücksichtigt werden.

Für ein junges Kind hat der Besuch der Erzieher eine große Bedeutung. Das Kind kann sein Kinderzimmer, seine Spielsachen zeigen und außerdem erlebt es Mama und Papa mit der Erzieherin in vertrauter Atmosphäre.

Zusätzlich bieten mehrere Schnuppernachmittage in seiner zukünftigen Gruppe eine gute Möglichkeit den Kontakt zum Kind langsam aufzubauen.

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In den ersten Tagen und Wochen wird für die Eltern im Flur ein Elterncafé eingerichtet. So sind Eltern und Kinder nur wenige Meter voneinander getrennt und das Kind kann sich ganz behutsam von seinen Eltern in Richtung Gruppenraum lösen.

Beziehung und Bindung sind die Basis für kindliche Selbstbildungsprozesse. Das heißt für uns als Erzieherinnen, dass in der U3-Betreuung zunächst eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind aufgebaut werden muss. Nur so kann das Kind die Erzieherin als zusätzliche Bezugsperson, als Ansprechpartner für all seine Belange akzeptieren. Der Beziehungsaufbau in der ersten Zeit ist die elementare Arbeit, die alle weiteren Entwicklungsschritte des Kindes ermöglicht.

Die Selbstständigkeit der jungen Kinder überrascht uns immer wieder. Sie können konzentriert arbeiten wenn die Räume anregungsreich gestaltet sind und sinnvolles Spielmaterial angeboten wird. Unsere jungen Kinder können sich bei der Wahl ihrer Tätigkeit auf verschiedenste Aktivitäten der Montessori Pädagogik konzentrieren. Besonders gerne werden die Übungen des täglichen Lebens von ihnen ausgeführt. Durch gezieltes Erkunden geht das Kind Zusammenhängen nach und kommt ihnen auf die Spur. Auf diese Erfahrungen können Kinder immer wieder zurückgreifen. Ebenso spielen die anderen Kinder aus der Gruppe eine große Rolle. Sie regen Bildungsprozesse an, indem sie zur Nachahmung und zum Mitmachen auffordern.

Für die emotionalen Bedürfnisse der unter Dreijährigen nehmen wir uns ausreichend Zeit zum Vorlesen von altersentsprechenden Bilderbüchern, Kuscheln, Singen usw.

Alle Materialien haben in der Gruppe ihren bestimmten Platz. Das hat den Vorteil, dass sich die Kinder schnell im Gruppenraum zurechtfinden und sich sicher fühlen.

Der Frühstückstisch ist täglich einladend gedeckt. Er wird besonders gerne von den jungen Kindern aufgesucht, um von hier aus das Gruppengeschehen zu beobachten. Das anschließende Spülen und Abtrocknen des Geschirrs gehört unbedingt dazu.

Ganz wichtig ist der tägliche Sitzkreis. Die Kleinen lauschen gespannt und erzählen eifrig von erlebten Situationen. Gemeinsam singen, spielen und erzählen ist ein fester Bestandteil unseres Kindergartentages.

Diese Rituale und immer wiederkehrende Alltagserlebnisse geben allen Kindern und besonders unseren U3-Kindern Sicherheit, die auch von ihnen eingefordert werden.

Die Gruppenräume sind so konzipiert, dass die jüngeren Kinder jederzeit die Möglichkeit haben sich zurückzuziehen, wenn sie Ruhe benötigen oder sich in Kleingruppen beschäftigen möchten. Unsere U3-Kinder können auch die Spielgruppenräume nutzen, die ihren Bedürfnissen besonders entgegenkommen.

Das Mittagessen wird ebenfalls in den eigenen Gruppen eingenommen. In kleiner Runde wird an verschieden Tischen in familienähnlicher Atmosphäre gegessen.

Anschließend schlafen die Kinder in einem ruhigen Raum in einem eigenen Bettchen, das individuell für das Kind hergerichtet wird. Vertraute Kuscheltiere, ein Schnuffeltuch oder Kuschelkissen werden von zu Hause mitgebracht. Andere Kinder ziehen sich in den Nebenraum zurück oder spielen im Gruppenraum.

Während des gesamten Kindergartenalltags zeigen sich die älteren Kinder tolerant und hilfsbereit gegenüber den jüngeren. Die jungen Kinder lernen am Modell der Großen, die gerne Verantwortung übernehmen und Ämter selbstbewusst ausfüllen. In der U3-Gruppe haben wir Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. So unterschiedlich wie die Bedürfnisse in den einzelnen Altersstufen sind, so vielfältig müssen die Spiel- und Lernangebote sein.

Wir als Erzieherinnen haben bei diesen Entwicklungsprozessen die Aufgabe, Kinder aufmerksam zu beobachten, um ihnen eine vorbereitete Umgebung zu schaffen, die unsere Kinder selbstbestimmt für ihre Erfahrungen nutzen können. 

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