Montessori-Pädagogik heute

Obwohl die pädagogischen Studien Maria Montessoris mehr als 100 Jahre zurückliegen, sind sie hochaktuell. Bezogen auf unsere heutige, von Hektik und Lärm geprägte Zeit, sind besonders ihre Beobachtungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse hervorzuheben, dass die Fähigkeit des Kindes zur Konzentration die Grundlage für seine positive kognitive und soziale Entwicklung bildet.

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Folglich ist es primär die Aufgabe des Erziehers in unserem Kinderhaus für die Kinder einen Lebensraum vorzubereiten, in dem sie zur Konzentration finden können. Die Basis für die planvolle Gestaltung in unserer Tageseinrichtung sind umfassende Kenntnisse der Erzieherinnen über die individuellen Entwicklungsschritte der behinderten und nichtbehinderten Kinder aufgrund von differenzierten Beobachtungen.

Der Leitsatz Montessoris „Hilf mir, es selbst zu tun“ fordert den Erwachsenen auf, seine Haltung dem Kind gegenüber zu überdenken. Danach versteht er sich als Helfer und teilnehmender Beobachter des Kindes, der den rechten Zeitpunkt erkennt, um sich zurückzuziehen. Damit gibt er dem Kind die Chance, Eigenaktivität zu entfalten und Selbständigkeit zu erlangen. Die sehr konkret entwickelten Methoden und Materialien sind eine direkte Hilfe zur Verwirklichung der Montessori-Pädagogik.

Diese findet ihre Ergänzung durch Ansätze und Methoden aus dem therapeutischen Bereich. Weil hier die Schwerpunkte ebenfalls in der Sinneswahrnehmung, der Bewegung, der Kreativität und der Entwicklung der Sozialkompetenz liegen, bieten sie in Verbindung mit der Montessori-Pädagogik einen sicheren Rahmen für die inklusive Erziehung. In einer Atmosphäre der Geborgenheit und der gegenseitigen Achtung voreinander erlebt das Kind die Akzeptanz seiner Stärken und Schwächen, so dass es seinen Platz in der Gemeinschaft findet.

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Krativität als Möglichkeit, das Leben zu gestalten

Der kreative Drang des Menschen ist eine seiner ureigensten Eigenschaften überhaupt. Er ist nicht, wie häufig missverstanden, auf Künstler und Genies begrenzt, sondern entsteht aus dem Bedürfnis, die eigene Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen, Gedanken und Gefühle sichtbar zu machen.

   

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In dem Vermögen, sich zu wundern, sich überraschen zu lassen, an Bekanntem zu zweifeln, äußert sich zunächst die Kreativität.

Kreativ sein heißt, eigene schöpferische Initiative zu entwickeln. Voraussetzung für kreatives Denken und Handeln ist das Aufgeben alter Denkstrukturen und Sichtweisen.

Kreativ ist zum Beispiel das spielende Kind, das sich ein neues Spiel ausdenkt.

Kreativität bedeutet erhöhtes Wahrnehmungsvermögen, besondere Aspekte zu erkennen, neue Zusammenhänge zu erfassen und Beobachtungen sinnvoll zu verknüpfen. Insofern ist die Kreativität eine Komponente der Intelligenz.

Kreativitätsförderung ist nicht die Sache von einer halben Stunde täglich.

Kreativität kann nur in einem Umfeld wachsen, die das zulässt und unterstützt. Das bedeutet für uns:

  • Aufgeschlossen zu sein für das Außergewöhnliche.
  • Dinge einmal anders zu verwenden.
  • Eine Sache einmal ganz anders zu machen.
  • Die Liebe zu manch alter Gewohnheit zu vergessen.
  • Den Mut zu haben, einmal aus der Reihe zu tanzen.
  • Das Bestreben, jedem Tag ein neues Gesicht zu geben.

Zu hohe Erwartungen, die beim Kind nur Stress auslösen, zu hoch gesetzte Ziele und Aufgaben, die zudem unter großem Zeitdruck erfüllt werden sollen, lösen eine Ablehnungssituation aus, die sich in Spielunlust und Resignation äußert. Vom Interesse an der Sache selbst wird die Kreativität angetrieben, nicht von äußeren Belohnungen oder Drohungen.

Eine spielfeindliche Einstellung ist tödlich für die Kreativität. Alles soll Spiel bleiben, um lustbetontes Tun zu ermöglichen. Nur so ist schöpferisches Denken und Handeln möglich. Zwang tötet die Lust.

„Ein angstfreies, ungehemmtes Kind wird eher den Mut aufbringen, neue Informationen zu suchen oder mit angebotenen Informationen und Materialien spielerisch zu experimentieren. Eine positive emotionale Beziehung zwischen Kind und Erwachsenen/Erziehern und ein ausgeglichenes emotionales Klima in der Gruppe ist somit ein wichtiger Einflussfaktor für die Entwicklung kindlicher Kreativität.“

(Otto Zuizinger, Ihr kreatives Kind)

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Die Rolle der Erzieherin

Die Rolle der Erzieherin ist wie in allen Montessori-Kinderhäusern von besonderer Bedeutung. Allerdings unterscheidet sich diese in ihrem Ansatz deutlich zu der einer Erzieherin in einem Regelkindergarten.

     

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Erzieherin in einem Montessori-Kinderhaus zu sein, bedeutet, jegliches Handeln vom Kind aus zu denken. Unsere Kinder sollen Hilfe zur Selbsterziehung erhalten, deshalb ist das Erzieherverhalten besonders durch Zurückhaltung gekennzeichnet. Der Erzieher hilft den Kindern, die Welt zu entdecken, indem er das Kind nach Bedarf zur Beschäftigung anregt oder es gewähren lässt.

„Das Interesse des Kindes hängt allein von der Möglichkeit ab, eigene Entdeckungen zu machen.“

Maria Montessori

Freiarbeit ist keine einfache Tätigkeit. Sie stellt hohe Anforderungen, die ein kleines Kind von drei Jahren lernen muss. Wenn das Kind sich über einen längeren Zeitraum hinweg selbst nicht für eine Arbeit entscheiden kann oder nur oberflächlichen Anregungen und Einfällen folgt, gilt es für die Erzieherin, die richtige und schwierige Entscheidung zwischen Abwarten - Zulassen - Eingreifen zu treffen. Erzieherinnen sind weniger Lehrende als vielmehr Helfer und Beobachter, die sich in wissender Zurückhaltung üben und das Kind so unterstützen, seine Freiheit und Selbstständigkeit zu erlangen. Durch genaue Beobachtung müssen sie außerdem den passenden Zeitpunkt für die Einführung neuer Materialien und Lerninhalte erkennen. Eine genaue Kenntnis des Entwicklungsstandes des Kindes und seiner sensiblen Phasen ist dafür unabdingbar.

„Das Leben anzuregen – und es sich dann frei entwickeln zu lassen –  hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers.“

Maria Montessori

Die Erzieherin hat die Aufgabe, eine Atmosphäre zu schaffen, die sich durch Respekt, Wärme und gegenseitige Akzeptanz auszeichnet. Sie unterstützen die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung durch die Förderung ihrer personalen, sozialen, kognitiven, motorischen und alltagspraktischen Fähigkeiten. Aus der unbedingten Achtung vor dem Kind, die Montessori "mit Verstand angewandte Liebe" nennt, entsteht eine Atmosphäre, in der Lernen Spaß macht. Aus dieser Achtung heraus entwickelt das Kind Vertrauen in seine Fähigkeit, seine eigene Persönlichkeit aufzubauen.

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Interaktion / Inklusion

Gemeinsam entfalten wir uns besser

Dieses Motto gehört seit der Vereinsgründung zum Schmetterling e.V.“

Das Wissen, dass ich die Begegnung mit dem Anderen in seiner Vielseitigkeit brauche, um mich selbst zu erfahren und kennenzulernen, macht Integration aus. Offenheit und Wachsein ermöglichen die Gesamtpersönlichkeit zu erleben und wertzuschätzen. So können gemeinsame Erfahrungen gemacht werden und deren Grenzen kennengelernt werden. In der Begegnung mit dem Gegenüber erfahre ich meine Möglichkeiten und meine „Behinderungen“.

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Im Jahr 2009 bekam der Begriff Inklusion durch die UN-Behindertenkonvention eine wichtige Bedeutung in der gemeinsamen Erziehung und Bildung behinderter und nicht behinderter Menschen. Forderungen des internationalen Übereinkommens wurden rechtlich verankert.
Aber um Denken und Handeln zu verändern, bedarf es weitaus mehr.
Jedem muss auch bewusst sein, wie wichtig Inklusion für das gesellschaftliche Miteinander ist.Sie kann nur dann gelingen, wenn möglichst viele Menschen erkennen, dass gelebte Inklusion den Alltag bereichert – weil Unterschiede normal sind.

Ein Verein, eine Institution kann Denkanstöße geben, Rahmenbedingungen schaffen, Entwicklungsbehinderungen aus dem Weg räumen und Diskussionen anregen. Inklusion zu leben, dazu sind wir alle aufgefordert, in unserem ganz alltäglichen Leben in der Familie, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in gesellschaftlichen und politischen Diskussionen.

In unserer Einrichtung werden in allen vier Gruppen Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen betreut.

Unser Ziel ist es Kinder mit besonderem Förderbedarf in den Gruppen so zu betreuen, dass nicht das behinderte Kind in den bestehenden genormten Alltag eingepasst wird, sondern werden vielmehr seine Besonderheiten und individuellen Fähigkeiten zu einem selbstverständlichen und wichtigen Bestandteil des Gruppengeschehens.

Vom gemeinsamen Leben und Lernen profitieren dabei alle Kinder.

Neben Facherzieherinnen für Integration, einer Heilpädagogin/ Motopädin arbeitet in unserer Einrichtung eine Heilpädagogin auch als gruppenübergreifende Fachkraft.

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